Gymnasium Delbrück setzt starkes Zeichen für soziale Verantwortung
Delbrück. In einer Welt, die oft von Krisen geprägt ist, zeigt die Schulgemeinschaft des Städtischen Gymnasiums Delbrück, dass solidarisches Handeln und Engagement keine Grenzen kennen. Unter dem inspirierenden Motto „Kleine Leute, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern“ bereiten sich die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen derzeit auf eine besondere Mission vor.
Am Mittwoch, den 20. Mai 2026, tauschen die Sechstklässler das Klassenzimmer gegen die Wanderstiefel. Geplant ist eine elf Kilometer lange Sponsorenwanderung, die von Delbrück nach Boke und wieder zurück zur Schule führt. Nach einer gemeinsamen Andacht in der dortigen Pfarrkirche treten die Kinder den Rückweg an – im Gepäck das Wissen, mit jedem Kilometer eine lebenswichtige Brücke nach Südamerika zu schlagen.
Mit ihrem Einsatz möchten die Schülerinnen und Schüler die langjährige Partnerschule in Acari, Peru, unterstützen. Die dortige Bildungseinrichtung, die sowohl einen Kindergarten als auch eine berufsbildende Schule umfasst, wurde einst durch die Initiative des Ostenländer Herz-Jesu-Missionars Pater Georg Meier ins Leben gerufen. Heute bereiten sich dort etwa 500 Kinder und Jugendliche auf ihre Zukunft vor.
Besonders bemerkenswert: Um Kindern aus ärmsten Familien den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, wird kein Schulgeld erhoben. Dies macht die Schule jedoch vollständig abhängig von Spendengeldern, wie sie durch Aktionen des Gymnasiums Delbrück gesammelt werden. Der Bedarf ist nach wie vor groß, da ein schweres Erdbeben im Jahr 2018 die Gebäude massiv beschädigte und der Wiederaufbau durch die „Pater-Meier-Stiftung“ weiterhin finanzielle Unterstützung benötigt.
Dass die Schüler nicht nur für einen guten Zweck laufen, sondern auch verstehen, wofür sie sich einsetzen, ist der Schulleitung sowie den die Aktion organisierenden Lehrkräften Frau Henke und Herrn Finkeldey ein wichtiges Anliegen. Bereits am 15. April besuchten engagierte Mitglieder des Pater-Meier-Vereins das Gymnasium, um in einer Informationsveranstaltung authentisch über das Leben und Lernen in Peru zu berichten. Die Schülerinnen und Schüler suchen nun im Vorfeld in ihrem privaten Umfeld sowie bei lokalen Unternehmen nach Sponsoren, die pro gelaufenem Kilometer einen festgelegten Betrag spenden. Diese enge Verzahnung von Schule, Elternhaus und lokaler Wirtschaft unterstreicht das starke soziale Netzwerk in Delbrück.
Mit dieser Sponsorenwanderung beweist das Gymnasium Delbrück einmal mehr, dass es seinen Bildungsauftrag weit über die reine Wissensvermittlung hinaus versteht: Es fördert Empathie und zeigt der jungen Generation, dass man auch mit „vielen kleinen Schritten“ einen wesentlichen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten kann.